Tigerstaaten
Der Begriff „Tigerstaat“ wurde in der Mitte der 80er Jahre geprägt. Die Bezeichnung bezieht sich dabei auf die Staaten Taiwan, Singapur, Südkorea und Hongkong, die mittlerweile zu den Industrienationen zählen. Im englischsprachigen Raum werden sie auch als die 'Four Asian Tigers' oder die 'Asian four little Dragons' bezeichnet. Der Begriff „kleine Tiger“ wurde unter anderem deshalb gewählt, weil die traditionelle Bezeichnung für China „großer Tiger“ ist. Zudem liegt die Assoziation zu schneller und geballter Stärke nahe.
Schnelles Wirtschaftswachstum katapultierte diese Länder von ihrem Status als Schwellenland in die neue Position. Ab Mitte der 60er Jahre bis Ende der 90er Jahre wiesen sie weltweit das höchste Wirtschaftswachstum auf. Dies wurde fast ausschließlich durch den Export erzielt, Hauptabnehmer waren dabei die Vereinigten Staaten. Japan unterstützte dabei durch Finanzierungshilfen und der Lieferung von Technologien. Schließlich schwachte diese Hochkonjunktur jedoch ab. Die Asienkrise 1997 beendetet das Wachstum aber nicht ganz, sondern verringerte es lediglich.
Durch Modernisierung der Landwirtschaft gelang es, die dort nicht mehr benötigten Arbeitskräfte in anderen Sektoren unterzubringen und dadurch die Wirtschaft anzukurbeln. Diese neuen Möglichkeiten erlaubten es dem dadurch entstandenen Mittelstand sich politisch zu engagieren und auf die Politik des Landes einen gewissen Einfluß zu nehmen. Auch wenn die Menschenrechte in einem Großteil der asiatischen Länder noch immer sehr bedenklich ist, kam es in den Tigerstaaten dennoch zu einer Verbesserung. Im Zusammenhang mit den Tigerstaaten fällt häufig auch das „Fluggänsemodell“. Dieses beschreibt, ähnlich wie das Start- und Flugverhalten der Vögel, den Aufstieg eines Landes und das rasche Folgen weiterer Staaten. Japan machte dabei den Anfang.

