Japan
Die Geisha
Eine der bekanntesten asiatischen Traditionen ist aber dennoch der japanische Geisha Kult. Eine Geisha ist eine Unterhaltungskünstlerin (gei=Kunst, sha=Person), die durch ihre typische Schminke und Kleidung, in erster Linie aber durch ihre Kunst, beeindruckt. Andere japanische Bezeichnungen sind Geigi oder Geiko. Eine Geisha, die sich noch in der Ausbildung befindet, heißt Hangyoku oder Maiko. Die Geisha Kultur entwickelte sich im 13. Jahrhundert während der Kamakura Periode und existiert bis heute, allerdings in weniger ausgeprägter Form.
Die Geisha zählt in Japan zu den angesehensten Personen des Landes. Sie ist keineswegs, wie viele Europäer glauben, eine Prostituierte, wenn auch in längst vergangenen Zeiten die genauen Grenzen etwas verschwammen, denn während der Edo-Zeit (1603-1868) waren die Teehäuser in den Vergnügungsvierteln angesiedelt, in denen sich auch Bordelle, Theater, Kneipen und Glücksspielhallen befanden. Die Geishas lebten damals (und tun es auch heute teilweise noch) in Gemeinschaften mit anderen Geishas in Okiyas. Auch die Kurtisanen waren ähnlich wie die Geishas gekleidet und geschminkt. Ein bedeutender Unterschied wird jedoch in der Art und Weise wie sie ihren Gürtel (Obi) tragen deutlich. Während ihn die Kurtisanen nach vorne trugen, ist er bei den Geishas hinten gebunden. Farblich gesehen ist er übrigens noch auffälliger als der Kimono.
Zu Beginn waren es nur junge Männer, die zu Geishas ausgebildet wurden. Erst im 17. Jahrhundert wurde es auch üblich Mädchen in dieser Kunst auszubilden.
Eine Geisha sollte eine hübsche und anmutige intelligente Frau sein. Sie muß über die Kunst der Kommunikation verfügen, auch intellektuellere Gespräche führen können und nebenbei ihre Kunden mit Musik und Tanz unterhalten. Während der Ausbildung lernt sie die Kunst der Kalligraphie, sowie das Spielen mehrerer Instrumente, wie etwa das Shamisen, ein drei-saitiges Zupfinstrument. Des Weiteren beherrscht sie die Kunst des Blumensteckens (Ikebana) und der Teezeremonie. Außerdem muß sie Singen können.
Die auffallende Schminke und der üppige Haarschmuck werden nur zu besonderen Anlässen getragen. Dabei sind auch durchaus Perücken mit komplizierten Steckfrisuren üblich. Ansonsten trägt eine Geisha jedoch ihr natürliches Haar in einem einfachen Knoten, auch das Make Up ist dezenter. Die weiße Farbe (Shiroi) hellt die Haut auf, was als ein Schönheitsideal gilt. Im Nacken wird dabei ein Muster aufgetragen, welches an stilisierte Schamlippen erinnern soll und Sinnbild der Erotik ist. Ein seidener Kimono gehört jedoch standadmäßig zu einer Geisha und zwar das ganze Jahr über. Für den Winter gibt es allerdings leicht gefütterte Ausführungen. Die Schuhe sind aus Holz und werden Getas genannt. Die Dienste einer Geisha in Anspruch zu nehmen sind heutzutage nicht gerade billig. Gebucht wird über eine Agentur (Kenban) und die Kosten richten sich nach der Dauer, die durch das Abbrennen von Räucherstäbchen bestimmt wird. Diese „Räucherstäbchengebühr“ wird Senkodai genannt. Einen angesehene Geisha kann dabei bis zu US$ 300 pro Stunde verdienen.
Obwohl Geishas niemals auf ein sexuelles Verhältnis mit ihren Kunden eingehen, gehört die Erotik doch zu dem Spiel der Geisha dazu. Flirten, sanfte Berührungen oder das Zeigen von Nacken und Unterarmen machen ihre Erotik aus.
Die Glückskatze
Auch in Deutschland sieht man sie manchmal in den Geschäften: die Kyoto Glückskatze, in der Originalsprache Maneki Neko genannt. Dieser Name steht für „herbeiwinkende Katze“ und genau das tut sie auch. Eine kleine Porzellankatze, meist weiß und mit einigen roten Elementen, aber auch in anderen Farben erhältlich, hat entweder ihr linkes oder ihr rechtes Ärmchen erhoben und lächelt den Betrachter vielsagend an. Einige Figuren können sogar wirklich damit „herbeiwinken“. Ist die rechte Pfote erhoben, soll die Katze dem Besitzer Wohlstand bringen, ist es die linke soll sie mehr Besucher bringen.
Zusätzlich trägt die Maneki Neko oft eine Goldmünze mit sich, eine Koban. Dieses Merkmal stammt noch aus der Edo-Epoche (1603-1868). Die Währungseinheit damals war der Ryo, die Münze ist jedoch mit einem Wert von zehn Millionen Ryo gekennzeichnet. Dieses Attribut soll zum Wohlstand beitragen. Die genauen Ursprünge der Maneki Neko sind unklar. Wahrscheinlich stammen sie aus der Edo-Epoche, erstmals erwähnt wurden sie aber erst 1876 in einem Zeitungsartikel. Zahlreiche Legenden und Enstehungsgeschichten ranken sich um die kleine Glückskatze.
Das No-Theater
Das No-Spiel ist das traditionelle Theater Japans. Seine Entwicklung begann mit der Verbindung von verschiedenen Volkstänzen mit Akrobatik, Clownesken und Pantomime. Im 14. Jahrhundert brachten der Dramatiker Kanami Kiyotsugu und sein Sohn Zeami Motokiyo das No-Spiel in seine angesehene Form. Ursprünglich wurde das Theater nur von Männern aufgeführt (bis zum 19. Jahrhundert nur von Samurai), mittlerweile sind jedoch auch Frauen darunter vertreten. Die Bühnenauststattung ist sehr schlicht. Meist ist es eine einfache Holzbühne mit einem Zedernbaum im Hintergrund. Auch das Spiel der Schauspieler ist sehr minimalistisch. Charakteristisch sind hier die Masken, die sie teilweise tragen. Diese dienen um Ungeheuer, Frauen oder Götter darzustellen.
Die Masken sind dem Hauptdarsteller (Shite) und seinem Gegenspieler (Waki) vorbehalten, die von weiteren Nebendarstellern in ihrem Spiel unterstützt werden. Trommeln und Flöten begleiten sie. In den Pausen sorgen ungeschminkte Schauspieler für eine komische Abwechslung. Die Dramen lassen sich durch ihre Inhalte in fünf Kategorien einteilen: Götter-, Helden-, Zeit-, Irrsinns- und Geisterstücke. Jedes Stück schließt überlicherweise mit einem feierlichen Tanz.
Der Samurai
Samurai bezeichnet den Kriegeradel Japans, vornehmlich im 17. und 18. Jahrhundert. Das Wort selbst bedeutet dabei soviel wie „Dienender“. Durch die Spaltung der Kriegerelite im frühen 7. und 8. Jahrhundert und dem Untergang des Kaisers gelangten die Provinzkrieger im 12. Jahrhundert in eine Position, die es ihnen erlaubte eine Elite herauszubilden, die die Vormachtstellung im Lande einnahm.
Deutliche Merkmale der Samurai sind ihre Waffen, ein Langschwert (Katana) und ein Kurzschwert (Wakizashi). Das Paar wird als Daisho bezeichnet. Außerdem waren sie hervorragende und gefürchtete Bogenschützen, sowie ausgebildet in dem Umgang mit Lanzen. Die Samurai folgten einem strengen moralischen Kodex, dem Bushido, der sich durch Rechtschaffenheit, Genügsamkeit, Ausdauer, Höflichkeit, Mut, Aufrichtigkeit und Loyalität zusamensetzte. Verletzte ein Samurai diesen Kodex und verlor damit seine Ehre war er dazu verpflichtet Selbstmord durch Harakiri zu begehen.
Mitte des 19. Jahrhunderts verloren die Samurai jedoch ihren Status zugunsten einer neuen und moderneren Armee.
Sumo
Jeder hat sie schon einmal irgendwo gesehen: Japans Sumo Ringer. Auffallend sind sie vor allem aufgrund ihrer, für Japaner eher ungewöhnlichen, üppigen Leibesfülle.
Sumo ist im Prinzip nichts anderes als ein Ringkampf, Sumo bedeutet dabei „sich wehren“. Austragungsort des Kampfes ist ein Sandboden, der durch eine kreisförmige Abgrenzung eingeschränkt wird. Diesen Kreis (Dohyo) dürfen die Sumo Ringer (Rikishi) nicht verlassen, oder sie haben den Kampf verloren. Berührt ein Kämpfer den Boden mit einem anderen Körperteil als seinen Füßen gilt er ebenfalls als besiegt. Zu Beginn des Kampfes betreten die Sumo Ringer die Arena mit ihren prächtig aufgemachten Gürteln (Kesho-Mawashi), oftmals werfen sie Salz als symbolische Reinigung in den Ring oder spühlen ihren Mund mit Chikara-Mizu, Kraftwasser aus.
Der Sumo Kampf ist sehr alt (das erste Mal erwähnt wurde er im 8. Jahrhundert) und noch immer mit vielen Traditionen behaftet. Rikishi zum Beispiel leben zusammen in einer Gemeinschaft mit anderen Rikishi. Mahlzeiten und Kleidung gehen ebenfalls auf Traditionen zurück.
Um ein stolzes Kamfpgewicht von etwa 100-200 kg zu erreichen, beginnen die Rikishi bereits früh am Morgen mit ihrem Training und zwar auf nüchternen Magen. Erst zum Mittag gibt es einen fett- und proteinhaltiges Essen, welches am Abend wiederholt wird. Trotz ihres enormen Körpergewichts sind Sumo Ringer sehr agil und beweglich. Ein Spagat etwa stellt für die meisten von ihnen kein Problem dar.

