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China

Chinas Traditionen und Bräuche sind so vielfältig, dass es kaum möglich ist diese Kultur in nur wenigen Sätzen zusammenzufassen. Dennoch sollen im Folgenden einige interessante Dinge vorgestellt und erläutert werden.

Chinesische Architektur

Eines der besterhaltendsten und sicherlich auch eines der bekanntesten Bauwerke der chinesischen Architektur ist der kaiserliche Palast in der Verbotenen Stadt. Mitten in Peking und nördlich des Platzes des himmlischen Friedens gelegen, strömen hier jährlich Tausende von Besuchern hin, um die prachtvollen Bauten der Ming und Qin Dynastien zu besichtigen. Bis 1911 regierten die chinesischen Kaiser von diesem Ort aus. Der Name „Verbotene Stadt“ (auch „purpurne verbotene Stadt“) rührt daher, dass es dem einfachen Volk verwehrt bliebt das Palastgelände zu betreten. Kein anderes Gebäude durfte die Palastbauten überragen. Für den Anstrich wurde Gelb gewählt, die Farbe des Kaisers. Einige Dächer wurden auch vergoldet.

Mit dem Bau des Palastes wurde 1406 begonnen. Auftraggeber war der damalige dritte Kaiser der Ming Dynastie Yongle. 14 Jahre später war der Bau bereits fertiggestellt. Zu verdanken war dies mehr als einer Millionen Arbeiter. 250.000 von ihnen hatten einst die ehrenvolle Aufgabe eine 250 Tonnen schwere und 50 Quadratmeter große Felsplatte aus der Umgebung Pekings zu dem Palast zu tragen. Mit Hilfe einer Eisschiene schafften sie es diese Aufgabe innerhalb von 28 Tagen zu lösen.

Das gesamte Palastgelände erstreckt sich auf eine Fläche von 720.000 Quadratmeter. 150.000 Quadratmeter davon sind mit rund 900 Palästen und mehrere Pavillions bebaut. Der ganze Komplex wird von einer fast zehn Meter hohen Mauer mit jeweils vier Eingangstoren (eines in jede Himmelsrichtung) und einem 52 Meter breiten Wassergraben umschlossen. Das Herzstück bildet der innere Hof, in dem sich der „Palast der himmlischen Reinheit“, wo auch der kaiserliche Thron steht, die „Halle der Berührung von Himmel und Erde“ und der „Palast der irdischen Ruhe“ befinden. Seit 1987 gehört die Verbotene Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe.

Traditionelle chinesische Bauweisen betonen das Horizontale, die Paläste und Hallen sind also eher breiter als hoch. Die ausgedehnten und weiten Anlagen spiegeln die gigantische Natur Chinas wider. Charakteristisch sind auch die Dächer, deren Dachsparren sich oftmals nach oben kreuselt. Auf Symmetrie wird beim Bau großen Wert gelegt. Ein traditionelles Baumaterial ist Holz, vereinzelt wurden jedoch auch rote und graue Ziegelsteine verwendet. Holz hat den Vorteil, dass es Erdbeben relativ gut Stand hält, auf der anderen Seite ist es leider extrem brandanfällig. Zudem waren bestimmte Farben und Zahlen für bestimmte Zwecke reserviert. Die kaiserlichen Bauten etwa erhielten die Farbe Gelb und die 9 galt als die Zahl der Kaiser. Der Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt hat deshalb angeblich auch 9999 Räume. Im Himmel dagegen soll es 10.000 geben.

Zwar nicht zu den traditionellen Bauten von Palästen und Pagoden zu zählen, aber dennoch ein Meisterwerk stellt die Chinesische Mauer, oder auch die Große Mauer dar. Sie ist das größte Bauwerk der Erde und bei sehr guten Wetterbedingungen auch auf Satellitenbildern noch zu erkennen. Allerdings besteht sie nicht aus einem einzigen Stück. Unterschiedliche Teile datieren auf unterschiedliche Epochen. Heute existieren noch 6350 Kilometer der Mauer, darunter auch die Hauptmauer mit einer Länge von 2400 Kilometern. Ziel war es später China vor feindlichen Angriffen nomadischer Reitervölker zu schützen.

Seinen Anfang nahm die Entstehung der Chinesischen Mauer wahrscheinlich bereits im fünften Jahrhundert vor Christus als sich die damaligen Einwohner Chinas untereinander bekämpften. Die Mauer bestand aus einfachen Mitteln, wie Lehm und Stroh. Über die Jahrhunderte wurde sie jedoch immer weiterentwickelt. So wie wir die Mauer heute kennen wurde sie im 15. Jahrhundert gebaut. Auftraggeber war der Ming-Kaiser Hongzhi. Die Mauer selbst hat keine einheitlichen Maße. Die chinesische Kulturbehörde will sie daher genau vermessen. Dies soll auch Aufschluss über andere Faktoren, wie Geografie und Zustand geben. Für die Vermessung ist ein Zeitraum bis 2011 veranschlagt.

Chinesische Kalligraphie

Die chinesische Kalligraphie entwickelte sich aus den chinesischen Schriftzeichen der Han-Dynastie heraus. Sie wurde damals (und wird es auch heute noch) mit Pinseln geschrieben. Die Kalligraphie zu beherrschen ist eine große Kunst. Zu den „heiligen“ Utensilien eines Kalligraphen gehören die „vier Schätze des Gelehrtenzimmers" Schreibpinsel, Stangentusche, Reibstein und Papier. Neben dem Go-Spiel, der Musik und der Malerei, gilt die Kalligraphie als die vierte große Kunst Chinas.

Bei der chinesischen Schrift unterscheidet man in fünf verschiedene Schreibstile: die Siegelschrift, die Kursivschrift, die Grassschrift, die Kanzleischrift und die Regelschrift. Chinesische Malerei und Kalligraphie werden oft miteinander in Verbindung gebracht. Viele der berühmten Kalligraphen waren zudem auch gute Maler. Einige behaupten sogar, dass die Pinselbewegungen beider Künste mit den Bewegungen des Schwertkampfes übereinstimmen.

Chinesisches Schattentheater

Das chinesische Schattentheater ist eine Form des Puppenspiels. Die Hauptdarsteller sind dabei transparente Figuren. Sie werden aus Tierhaut geschnitzt und stellen aufgrund ihrer filigranen Verarbeitung allein schon eine Kunst dar. Auch die Oper und die Volksmusik finden Anteil am Schattenspiel. Seine Ursprünge liegen etwa im siebten Jahrhundert.

Die Aufführung gestaltet sich folgendermaßen: Die Akteure lenken die Puppen in geschickter Weise hinter einer Leinwand. Die Figuren werden dabei von einer Lampe angestrahlt und projizieren so ein Bild auf diese. Durch die Bemalung der Puppen werden auch Farben darauf sichtbar. Die Arme der Puppen sind beweglich und so können ihnen die Puppenspieler einen ganz besonderen Charakter geben. Begleitet wird das Spiel von Gongschlägen und Gesang. Abhängig davon zu welcher Zeit die Puppen geschnitzt wurden, sehen sie auch anders aus. Dies wird an den Frisuren und ungleichen Gesichtszügen, sowie verschiedener Kleidungsstile und Größen der Figuren sichtbar.