Studieren in Japan
Der Weg durch die Institutionen nach Japan ist lang. Mit einer frühzeitigen Planung des Auslandsstudiums sollte also begonnen werden. Früh heißt, Informationsmaterial zu den genauen Zulassungsbedingungen bereits etwa acht Monate im Voraus anzufordern. Informationen dazu lassen sich meist auf der Homepage der gewünschten Uni finden. Diese Prozedur ist notwendig da die gut 744 Unis in Japan keine einheitlichen Aufnahmebedingungen haben und so nur schlecht zusammengefasst werden kann, welche Unterlagen letztendlich genau vorgelegt werden müssen.
Allgemein gilt jedoch, dass gewisse Kenntnisse des Japanischen vorhanden sein sollten, welche mit Hilfe eines Sprachtests überprüft werden. Für den Nachweis der erforderlichen Sprachkenntnisse sollte der „Japanese Language Proficiency Test“ abgelegt werden. Eine Aufnahmeprüfung durch die Uni ist ebenfalls nicht selten. Ganz wichtig ist jedoch die Sicherung der finanziellen Mittel. Hat der Bewerber kein eigenes Einkommen, wird deshalb ein Bürge benötigt, der für alle anfallenden Kosten aufkommen kann.
Daneben verlangen die meisten Universitäten ein ausgefülltes Bewerbungsschreiben, welches man von der Uni erhält, einen Lebenslauf mit Foto, der, wenn möglich auf Japanisch verfasst sein sollte (sonst Englisch), gegebenenfalls Leistungsnachweise der Heimatuniversität, ein Gesundheitszeugnis, ein Empfehlungsschreiben eines heimischen Professors und eventuelle Stipendiennachweise. Das Studienjahr wird in Japan teilweise in Semester oder auch Trimester unterteilt, dauert aber immer ungefähr von April bis März. Die meisten Studierenden beginnen dabei im Sommer.
Auch das Studium in Japan ist, wie in Deutschland, in drei Teile geteilt. Das Grundstudium wird nach vier Jahren abgeschlossen und ähnelt dem Bachelor-Abschluss. In Japan heißt es allerdings Gakushi. Nach weiteren zwei Jahren und nach Verfassung einer schriftlichen Arbeit wird dann der Shushi (ähnlich Master) erworben. Der Doktortitel nennt sich schließlich Hakase. Um ihn zu erreichen werden drei Jahre Forschung, sowie eine Abschlussarbeit und eine Prüfung vorausgesetzt.
Die Kosten für das Studium selbst variieren ebenfalls je nach Universität. Rechnen sollte man allerdings mit ca. EUR 3000,- (staatliche Uni) bis ca. 5500,- (private Uni). Diese Studiengebühren setzen sich aus Bewerbungsgebühren, Unterrichtsgebühren und Gebühren für universitäre Einrichtungen zusammen. Zusätzlich wird oftmals eine einmalige Immatrikulationsgebühr von ca. EUR 2000,- fällig. Zwischen inländischen und ausländischen Studenten wird dabei nicht unterschieden, alle müssen das gleiche zahlen.
Weiterhin kommen noch die Lebenshaltungskosten dazu. Auch diese sind nicht gerade gering, da Japan zu den teuersten Ländern der Welt gehört (was auf die hohen Binnenmarktpreise zurückzuführen ist). Pro Monat sollten also weitere EUR 1000,- bis EUR 1200,- eingeplant werden. Relativ günstig wohnen kann man in Wohnheimen der Uni, oder auch in privaten Wohnheimen. Über die Uni ist es möglich im Voraus ein Zimmer zu reservieren. Viele weitere Informationen zu Unterkunft und anderen Fragen können auch bei der JASSO (Japan Student Services Organization) eingeholt werden.

