Studieren in Indien
Die Zulassungsbedingungen für ein Studium in Indien setzen eine 12-jährige Schulausbildung voraus. Das deutsche Abitur wird dabei problemlos anerkannt, bei anderen Abschlüssen oder Qualifikationen sollten aber die jeweiligen indischen Hochschulen zwecks Anerkennung kontaktiert werden.
Da die Zeit von der Antragstellung bis zur entgültigen Zulassung gut drei Monate in Anspruch nehmen kann, sollte man sich weiterhin relativ früh Gedanken um die eigene Zukunft machen. Die Zulassung selbst beinhaltet einen formlosen Antrag und die von der Uni gewünschten Dokumente. Zu diesen können das Abiturzeugnis oder Nachweise über die finanzielle Sicherung gehören. Genaue Informationen zu den einzelnen Unterlagen gibt es auf den Webseiten der Universitäten.
Schließlich muss alles in beglaubigter Form und englischer Übersetzung vorliegen. Die Hochschule in Indien wird die gesendeten Formulare dann überprüfen und gegebenenfalls einen Antrag auf Zulassung zum Studium zurücksenden. Dies muss wiederum zusammen mit allen anderen Dokumenten an die indische Botschaft weitergeleitet werden, die die Unterlagen an das „Department of Education“ übermittelt. Erst das „Ministry of Human Resource Development“ spricht die finale Zusage oder Absage aus.
Die Struktur des Studiums in Indien lehnt sich stark an das britische Hochschulsystem an, was auf die lange Kolonialherrschaft zurückzuführen ist. Normalerweise beginnt das Studienjahr im Juni oder Juli. Das gesamte Studium teilt sich dabei in einen Bachelor, Master und Doktor-Studiengang auf. Für den Bachelor sind in der Regel drei bis vier Jahre vorgesehen, für den Master zwei Jahre und für den Doktortitel weitere drei bis vier Jahre.
Die Lehrveranstaltungen finden fast ausschließlich in englischer Sprache statt. Die Sprachvoraussetzungen sind daher ein gutes Englisch, welches es dem Studenten ermöglicht ohne große Probleme dem Unterricht zu folgen. Wer aber gerne in engeren Kontakt mit der heimischen Bevölkerung kommen möchte, dem schadet es nicht sich in Hindi, Urdu oder der jeweils örtlich vorherrschenden Sprache weiterzubilden.
In Indien sind Studiengebühren üblich. Sie variieren jedoch je nach Hochschule und Studiengang. Wer als deutscher Austauschstudent nach Indien geht, wird im allgemeinen von den Gebühren befreit. Bei einem Vollstudium muss jedoch bezahlt werden. Genaue Informationen zu den aktuellen Beträgen können bei den Universitäten erfragt werden.
Während des Studiums kann in den Studentenwohnheimen der Uni oder auch privat gelebt werden. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit in einer Gastfamilie zu wohnen oder sich eine ganz eigene Wohnung, beziehungsweise ein Zimmer zu suchen. Studentenwohnheime beinhalten in der Regel die Verpflegung. Das „Foreign Student Advisory Bureau“ der betreffenden indischen Hochschule kann bei Fragen zur Suche und der Suche selbst weiterhelfen. Für die Lebenshaltungskosten sollten monatlich ca. EUR 400,- eingeplant werden.
Ganz wichtig bei einem Studium in Indien ist die Frage der Anerkennung des dort erzielten Abschlusses in Deutschland, denn zu diesem Thema gibt es keine genauen Regelungen. Soll das Studium in Deutschland fortgesetzt werden, muss dies mit der jeweiligen deutschen Universität abgeklärt werden. Bei Studiengängen, die mit einer staatlichen Prüfung enden, sollte das Landesprüfungsamt kontaktiert werden.

