China
In China gibt es 236 Sprachen, von denen eine bereits ausgestorben ist. Nationale Sprache ist Mandarin, deren offizielle Form in der Schule als Putonghua unterrichtet wird. Auch unter dem Namen Hochchinesisch bekannt, gehört sie zu der sino-tibetischen Sprachfamilie. Über 800 Millionen Menschen können sich effektiv in dieser Form verständigen und machen Hochchinesisch damit zur meistgesprochenen Sprache der Welt.
Die vielen Dialekte, die davon existieren, lassen sich in etwa in nördliche und südliche Dialekte unterteilen. Im Norden ähneln sie dabei sehr dem Hochchinesischen, wohingegen sie sich im Süden eher am klassischen Chinesisch orientieren. Die Dialekte können dabei so unterschiedlich stark ausgeprägt sein, dass sich zwei Landsmänner nicht miteinander verständigen können. Erst die Schriftzeichen oder der Rückgriff auf das Hochchinesische können dann Abhilfe schaffen.
Zu den häufigsten Dialektformen gehören Wu, Min (unterteilt in Min Bei, Min Dong, Min Nan und Min Zhong) und Kantonesisch. Chinesisch ist eine Tonsprache, das heißt, gleiche Wörter, in verschiedenen Tonlagen ausgesprochen, haben eine ganz unterschiedliche Bedeutung. Im Chinesischen gibt es dabei vier Tonlagen, andere Sprachen haben sogar bis zu acht.
Das schriftliche Chinesisch entwickelte sich jedoch nicht so schnell wie das Gesprochene und hat sich deshalb im Vergleich zu diesem nur wenig verändert. Die als Hànzì bezeichneten Schriftzeichen werden von oben nach unten gelesen und der Text jeweils von rechts nach links. Sie entsprechen dabei keinem vollständigen Wort sondern lediglich Morphemen, also Wortsegmenten. Die traditionellen Langzeichen wurden in einer Schriftreform im Jahre 1958 durch einfachere Kurzzeichen abgelöst. In den Landesteilen Hong Kong, Macao und Taiwan wird jedoch noch immer die traditionelle Form benutzt.

