Shinto
Der Name Shinto bedeutet übersetzt soviel wie „Weg der Götter“ und ist eine der ältesten Religionen Japans. Ursprünglich ist Shinto eine Zusammensetzung aus den chinesischen Kanji shin=Gott oder Geist und tao=Weg oder Pfad. Neben dem Buddhismus ist sie die Haupt-Religion. Das Besondere an dem Shinto Glauben ist, dass es keine heilige Schrift, wie etwa die Bibel, oder dergleichen gibt. Ein spezieller Gründer ist ebenfalls nicht bekannt. Shinto Anhänger folgen daher meist den Regeln des Konfuzianismus.
Die zentrale Einheit des Shinto bilden die Shinto Götter, genannt Kami. Sie nehmen die Form von Dingen an, die im Leben besonders wichtig und unabdingar sind. Dazu gehören zum Beispiel Wind, Regen, Bäume, Berge, Flüsse und die Fruchtbarkeit. Nach ihrem Tod werden Menschen ebenfalls zu Kami. Den Anfang von allem bildet das göttliche Ehepaar Izanagi-no-mikoto und Izanami-no-mikoto angesehen. Sie sind die Erschaffer der japanischen Inseln und die Eltern aller Kami. Zu ihren Töchtern zählt auch die Sonnengöttin Amaterasu, welche eine der wichtigsten Göttinnen des Shinto ist. Die heilige Stätte, an denen sich Kami aufhalten, sind Shinto Schreine. Ein großes Eingangstor, ein Tori, trennt die endliche Welt der Menschen von der ewigen Welt der Kami. Neben diesen Schreinen können oft Origami gefunden werden. Diese japanische Papierfaltkunst respektiert den Baumgeist, der sein Leben für das Papier gab. Deshalb wird Origami Papier niemals geschnitten.
Der Shinto Glaube selbst kennt kein absolutes Richtig oder Falsch. Niemand ist perfekt. Dennoch ist es ein recht optimistischer Glaube, denn der Mensch wird von Natur aus als gut angesehen. Böses wird von bösen Geistern hervorgerufen. Aus diesem Grund wird besonderer Wert auf die Vertreibung eben dieser gelegt, dazu tragen Gebete und Opferdarbietungen bei.
Shinto Priester leben innerhalb der selben Stätte, in welcher sich auch die Schreine befinden. Sowohl Männer als auch Frauen können das Priesteramt ausüben. Sie dürfen heiraten und Kinder bekommen. Während der Ausübung spezieller Rituale helfen den Priestern die sogenannten Miko, junge unverheiratete Frauen. Während der Zeremonie tragen sie einen weißen Kimono. Oftmals sind sie die Töchter der Priester.
Seit dem sechsten Jahrhundert ist auch der Buddhismus in Japan bekannt. Nach anfänglichen Konflikten bildete sich jedoch schnell eine friedliche Koexistenz mit dem Shinto Glauben heraus. Die beiden Religionen ergänzen sich sogar. Viele Buddhisten sehen die Kami als Buddha-Manifestationen an, umgekehrt betrachten die Shinto Anhänger Buddha als einen Kami. Insgesamt sind es etwa 84 % der Bevölkerung, die diesen beiden Glaubensrichtungen, oder eher einer Mischung aus beiden, folgen. Auch Hochzeit und Tod sind so mit Buddhismus und Shinto verbunden. Während Trauungen meist von Shinto Priestern vollzogen werden, werden Begräbnisse so gut wie immer in buddhistischer Tradition ausgeführt. Grund dafür ist, dass Tod und Krankheit als die Hauptquelle jeglicher Verunreinigung angesehen werden und deshalb von den Kami ferngehalten werden müssen.
Während der Meiji Periode (1868-1912) wurde Shinto zur Staatsreligion erklärt. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde dieser Status wieder aufgehoben. Dabei kann zwischen unterschiedlichen Formen des Shinto unterschieden werden: Jinja-Shinto (Schrein-Shinto) ist die älteste und ursprüngliche Form. Shua-Shinto (Sekten-Shinto) dagegen besteht aus 13 Gruppen oder Sekten, die sich während des 19. Jahrhunderts formten. Für ihre religiösen Aktivitäten benutzen sie keine Schreine, sondern vielmehr Versammlungsräume. Minzoku-Shinto (Volks-Shinto) bezieht die verschiedenen Volksglauben bezügliche der Götter und Geister ein. Kokka-Shinto (Staats-Shinto) ist wiederrum praktisch der Shinto Glaube, der von der Meiji Zeit bis zum zweiten Weltkrieg andauerte. Durch die Abschaffung vieler buddhistischer und konfuzianischer Elemente sollte Shinto gereinigt werden.
Eng mit Shinto verbunden sind des Weiteren die spezifische Architektur der Schreine, sowie das No Theater, Kalligraphie und Gagaku, eine Form der Hofmusik.

