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Jainismus

Die Entstehung des Jainismus in Indien fand in etwa zeitlich mit der Entstehung des Buddhismus, also etwa im sechsten Jahrhundert vor Christus, statt. Heute hat diese Religion ca. fünf bis sechs Millionen Anhänger.

Der Jainismus ist geprägt von der Ablehnung des indischen Kastensystems und heißt alle Menschen, egal welcher Herkunft, willkommen. Sein Begründer ist Vardhama Mahavira, dessen Anhänger ihm nach seiner Erkenntnis den Namen 'Jaina' (Sieger) gaben.

Ähnlich wie im Hinduismus und Buddhismus glauben die Jainas an den ewigen Kreislauf von Leben und Tod, der sich in der Wiedergeburt äußert. Ziel ist es diesem zu entkommen. Dabei spielen zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: Dies sind Jiva, das geistige Gut, und Ajiva, alle materiellen Dinge. Nur wer es schafft seine Seele von dem Einfluss des Ajiva zu befreien, kann in das erlösende Nirvana gelangen. Erreicht werden kann dies durch Meditation, Selbstdisziplin und strenge Askese.

Die Götter der Jains sind nicht unsterblich und haben in ihrer Vorstellung weder die Welt noch das Universum erschaffen. Stattdessen stellen die Heiligen die höchste Autorität dar. Von diesen Predigern gibt es insgesamt 24, die sogenannten Jinas oder Tirthankaras, von denen Mahavira der letzte war. Durch eine richtige Lebensweise haben sie einen höheren Bewußtseinsstand erreicht. Die Jainas können in zwei Gruppen unterteilt werden: Zum einen gibt es die Digambaras, die 'Luftbekleideten', welche eher im Süden Indiens leben, und die Shvetambaras, die 'Weißbekleideten', die eher im Norden angesiedelt sind. Erstere leben meist nur in Klöstern und bewegen sich, wie es der Name schon andeutet, nur nackt umher, da auch der Besitz von Kleidung schon eine materielle Abhängigkeit schafft.

Jainas sind aufgrund des strikten Tötungsverbotes und dem Gebot des Schutzes allen Lebens Vegetarier. Viele Jainas kehren daher den Weg bevor sie darauf schreiten, oder nutzen sogar Mundschutze und filtern das Wasser, um auch keine Kleinstlebewesen zu töten.