Caodaismus
Der Caodaismus ist vor allem in Vietnam verbreitet, wo er 1925 von den beiden Vietnamesen Le-Van-Trung und Ngo Minh Chieu ins Leben gerufen wurde. Der Glaube ist sehr synkretistisch und bezieht Lehren des Buddhismus, Hinduismus, Daoismus, Konfuzianismus, sowie des Christentums mit ein.
Der Caodaismus glaubt an die Seelenwanderung und lehrt die moralischen Plichten der Nächstenliebe. Vegetarismus, Selbstlosigkeit und ein strenges Alkoholverbot spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Anders aber als viele asiatische Philosophien, weißt der Caodaismus klare Strukturen der Gemeinde auf, die auf gewisse Weise denen der katholischen Kirche ähneln. So gibt es die Ämter des D?o H?ru (~Gläubiger), des Chuc Viec (~Unterwürdenträger), L? Sanh (~Priesterschüler), Giáo H?u (~Priester), Giáo Su (~Bischof), Ph?i Su (~Erzbischof), D?u Su (~Kardinal), Chu?ng Pháp (~Zensor Kardinal) und des Giáo Tông (~Papst). Die Stelle des Papstes ist jedoch zur Zeit, genauer seit 1935, unbesetzt. Einziger Amtsträger war bisher Ngô Van Chiêu.
Frauen sind im Caodaismus relativ gleich gestellt, wenn sie auch nicht die beiden höchsten Amtswürden ausüben dürfen.
Caodaisten stellen sich vor, daß, bevor es einen Gott gab, nur das Tao existierte, eine namenloses, formloses und ewiges Etwas. Ein plötzliches Ereignis schuf jedoch Gott und dieser, da die Erde noch nicht geschaffen werden konnte, kreierte Yin und Yang. Er selbst übernahm die Kontrolle über das Yang und schuf aus einem Teil von sich sein weibliches Gegenstück. Sie nahm sich dem Yin an. Durch das Zusammenkommen von Yin und Yang konnten so das Universum und die Erde entstehen.

