Indische Küche
Wie in Deutschland auch lassen sich in Indien von Nord nach Süd stark regional unterschiedliche Küchen finden. Gemein haben sie jedoch die häufige Verwendung vieler Gewürze und vielfältiger Saucen. Die Variation der Küche ist nicht nur durch die geografischen Unterschiede bedingt, sondern auch von den ungleichen Religionen abhängig. In der Hindu-Kultur beispielsweise gilt die Kuh als heilig, daher wird kein Rindfleisch gegessen. Überhaupt sind viele Hindus, sowie Jains Vegetarier (fast ein Drittel der indischen Bevölkerung ernährt sich nur vegetarischt!). Der islamische Teil der Bevölkerung dagegen isst kein Schweinefleisch. Fast alle Einwohner (außer die Vegetarier) lieben aber Hühnerfleisch in den verschiedensten Variationen. Ansonsten werden auch Fisch-, Ziegen- und Lammfleisch zubereitet.
Im Norden des indischen Subkontinents wird vermehrt Weizen angebaut, daher essen die Menschen dort häufig Brot, wie zum Beispiel Chapati, Nan oder Puri. Im Süden dagegen ist Reis eines der Hauptgrundnahrungsmittel. Besonders der aus Indien stammende Basmatireis ist auch in Deutschland bekannt und beliebt. Andere oftmals verwendete Nahrungsbestandteile sind Hülsenfrüchte, wie etwa rote Linsen , Mungobohnen und Kichererbsen. Im Norden wird zum Braten traditionell Erdnussöl verwendet, im Süden setzt man eher auf Senföl. Mittlerweile sind aber auch andere Öle wie Sonnenblumenöl und Sojaöl in der Beliebtheitsskala gestiegen.
Zu den am häufigsten verwendeten Gewürzen zählen unter anderem Chilipfeffer, schwarzer Senf, Kreuzkümmel, Kurkuma, Ingwer und Knoblauch. Bei den regionalen Küchenunterschieden teilt man im Allgemeinen in Norden, Süden und Osten ein.
Wie bereits erwähnt werden in der nordindischen Küche viele Weizen- und auch Milchprodukte verwendet. Milch, Joghurt, Ghee und Paneer finden regelmäßige Anwendung. Vor allem Saucen basieren darauf. An Gewürzen verwendet man hier oftmals Chili, Safran und Nüsse. Im Norden Indiens wird mit dem Tandoor, einem speziellen Ofen, gebacken. Darin werden sowohl Brot, als auch Fleischgerichte zubereitet, Tandoori Chicken ist mittlerweile auch in Deutschland ein bekannter Name. Als Snack werden Samosas angeboten, die mit verschiedenen Füllungen wie Käse, Pilzen, Kartoffeln oder Kichererbsen vorkommen.
Die südindische Küche besteht vornehmlich aus Reis und der Benutzung von Kokosnüssen und Kokosnussöl. Auch Curry-Blätter werden oft bei der Zubereitung von Mahlzeitenen benutzt. Sambar, im Prinzip ein Erbsen- und Gemüseeintopf, und Rasam, eine Suppe, sind aus dem Speiseplan ebenfalls kaum wegzudenken.
Die ostindische Küche ist besonders berühmt für ihre tollen Desserts, zu denen unter anderem Rasgulla (in Sirup eingelegte Käsebällchen) und Sandesh (Grieß-Kokosnussbällchen) gehören. Milchprodukte aller Art, vor allem Süßigkeiten, sind sehr beliebt. Des Weiteren werden auch oft Cashew-Nüsse oder Mohn als Dickungsmittel beim Kochen verwendet. An den Küstenregionen werden vor allem Fisch und Meeresfrüchte gegessen.
In indischen Restaurants in Deutschland werden hauptsächlich Gerichte aus dem Tandoor Ofen, sowie verschiedene Curry-Gerichte angeboten. Als Beilagen gibt es Reis und verschiedene Brote, besonders das Nan Brot. Auch leckere Vorspeisen, wie diverse Suppen und Snacks wie Samosas und Pakora werden angeboten. Wer noch nie Indisch essen war, sollte es einfach einmal ausprobieren. Es lohnt sich!

