Studium in Delhi: In Indien läuft die Zeit eben langsamer!
Sandra studiert Geschichte in Salzburg. Von August 2006 bis Februar 2007 war die 24-Jährige für ein Auslandssemester in Delhi, Indien.
Das Studium
Sandra hat ihr Auslandssemester an der Jawaharlal Nehru Universität in Delhi absolviert. Dort hat die 24-Jährige die Geschichte Indiens studiert. Groß vorbereitet hat sie sich auf ihre Zeit in Indien nicht. "Eigentlich konnte ich es bis zum Tag der Abreise gar nicht glauben, dass ich nach Indien fliege." Viel Gepäck hatte Sandra auch nicht dabei: "Schließlich gibt es auch in Delhi westliche Einkaufszentren, in denen man alles Nötige (nur viel günstiger) bekommt."
Die Universität in Delhi besitzt einen großen Campus, auf dem alle Fakultäten, Wohnheime und studentischen Treffpunkte vertreten sind. Wie Sandra uns erzählt hat, ist die Form der Lehrveranstaltungen mit Schulunterricht in Europa vergleichbar. "Es gab in Indien allerdings keine große Auswahl an Lehrveranstaltungen."
Gewohnt hat die 24-Jährige mit einer anderen Studentin aus Salzburg etwas außerhalb des Campus.
Um sich der indischen Kultur anzunähern, absolvierte Sandra während ihres Auslandsaufenthaltes einen Hindi-Kurs. "Wir haben zunächst nur die Buchstaben, die Schrift und die Aussprache, gelernt. Hindi ist nicht gerade einfach; es gibt allein über 47 Buchstaben."
Indien: Land und Leute
Sandra hat sich bei ihrem Auslandssemester bewusst für das Entwicklungsland Indien entschieden. Die 24-jährige Salzburgerin wollte das Leben in Indien kennen lernen und so ihr perspektivisches Denken erweitern. Besonders beeindruckt war sie schließlich von der indischen Bevölkerung. "Alle Leute sind hilfsbereit und freundlich."
Unterschiede sah sie allerdings zwischen dem Norden und Süden des Landes: "Die Religionen sowie die Sprache sind von Region zu Region unterschiedlich."
Natürlich sieht man in Indien auch sehr viel Armut. In den Städten bilden sich Slums; die Menschen wandern vom Land in die Stadt - oft sehen sie darin ihre letzte Chance. "Beeindruckt hat mich auch das Kastenwesen im Land. Es gibt riesige Unterschiede zwischen der oberen und unteren Kaste. Es sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Die Leute der unteren Kaste sind sehr arm und benachteiligt. Sie haben keinerlei Chancen sozial aufzusteigen."
"Während in Salzburg die Menschen eher engstirnig und kleinkariert sind, lebt man in Indien ein eher stressfreies Leben. Die Leute lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen."
In Indien hat Sandra vor allem das deutsche Essen vermisst. Mittlerweile vermisst sie allerdings auch schon die indische Küche. "Ansonsten habe ich kaum etwas vermisst. Alles war neu, ich hatte gar keine Zeit etwas zu vermissen."
Fazit
Sandra möchte nach ihrem Studium in Salzburg auf jeden Fall noch mal nach Indien."Ich kann mir nicht vorstellen, auf die Vorzüge eines Wohlstandslandes zu verzichten, aber es war wirklich interessant zu sehen, wie das Leben in einem Entwicklungsland vor sich geht."
Von Julia von der Heyden

