Thailand
Das Land des Lächelns
Allgemeines
Das ehemalige Siam (bis 1939) und heutige Thailand ist wohl mit das facettenreichste Land Südostasiens. Mit seinen über 100 Inseln und der abwechslungsreichen Landschaft zieht es jedes Jahr zahlreiche Touristen an die weißen Traumstrände. Man kann sich entweder in einem Hotel oder in einer Bambushütte am Strand für den wohlverdienten Urlaub einquartieren. Auch locken die kleinen Preise der kulinarischen Küche und die weit geschätzte thailändische Gastfreundschaft. Die Amtsprache ist Thai und die Hauptstadt ist die Metropole Bangkok, die in der Landessprache mit „Stadt der Engel“ übersetzt wird. Thailand hat ungefähr 62 Millionen Einwohner, von denen 10 Millionen in Bangkok leben, und eine Fläche von 514.000 qkm. Es gibt 75 Provinzen, welche alle von jeweils einem Gouverneur verwaltet werden.
Geographie
Durch die über 100 Inseln und die vielfältige Landschaft ist Thailand sehr abwechslungsreich. Im Norden befindet sich die Bergregion des Himalaja, die bis auf eine Höhe von 2590 m reicht und von zahlreichen Bergvölkern besiedelt wird. Hier befinden sich auch noch dichte Monsunwälder. In dem zentralen Gebiet Thailands, wo es viele flache und fruchtbare Böden gibt, wird vor allem Landwirtschaft betrieben. Es werden hauptsächlich Reis und Gemüse angebaut. Die Südregion liegt auf der malaiischen Insel, wo sich auch die beliebten Urlaubsziele Phuket und Koh Samui befinden. Die Insel trennt den Pazifischen von dem Indischen Ozean und umschließt gleichzeitig den Golf von Thailand. Im westlichen Bergland findet man den Drei Pagoda Pass.
Klima
Jahreszeiten, wie wir sie in Europa über die Temperaturen bestimmen, werden in Thailand über die Niederschlagsmenge bestimmt, denn die Temperaturen betragen dort das ganze Jahr über 18 ° C. Es herrscht also ständig ein tropisch- monsunales Klima. Von November bis Februar ist es recht allgemein trocken und kühl, wohingegen die Temperaturen von März bis Mai sehr heiß und feucht werden. Dann lässt es sich am besten an den Küsten Thailands zum Badeurlaub aushalten. In der Regenzeit, welche von Juli bis Oktober geht, kommt es vor allem im Westen häufiger zu Niederschlägen. Im Landesinneren dagegen weniger. Doch kann man die Niederschläge dort oft nicht mit den Regenfällen in Deutschland vergleichen, denn es handelt sich meistens um kurze warme Sommerschauer. Allerdings kann es auch des Öfteren zu starken Regenfällen kommen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit mit sich führen.
Bevölkerung und Religion
In Thailand leben ungefähr 75 % Thai und 14 % Chinesen, den Rest bilden vorwiegend Bergvölker. Seit 1982 gibt es einen starken Bevölkerungszuwachs, welcher, laut Prognosen aus dem Jahre 2003, auch noch weiterhin anhalten wird. Fast alle Thailänder, nahezu 94 %, gehören der vorherrschenden Staatsreligion, dem Theravada – Buddhismus an. Dies schlägt sich auch in der Landschafts- und Stadtgestaltung durch die zahlreichen Tempelanlagen, den so genannten „Wats“, nieder. Fast alle Männer treten mindestens einmal in ihrem Leben als Novizen mehrere Wochen in ein Kloster ein und leben dort nach den religiösen Bestimmungen der Mönche. Jüngere männliche Thai werden dort in die Kunst der Meditation eingewiesen und gehen dort zur ansässigen Mönchsschule. Nach ihrer Ausbildung können sie andere staatliche Schulen oder Studieneinrichtungen besuchen. Dieser traditionelle Ritus kommt jedoch nur wenigen Frauen zu Teil.
Dem Buddhismus schließt sich der Animismus an. Dieser geht davon aus, dass in allen Elementen der Natur Seelen verschiedener Lebewesen fortleben. Das müssen nicht immer belebte Dinge sein, wie Tiere oder Bäume, auch unbelebte Dinge wie Steine, können durch Personifizierung Seelen in sich tragen. Doch ist die buddhistische Seele nicht einer christlichen Seele gleichzusetzen, sie ist eher als eine Art von Lebenskraft und Energie anzusehen.
Kultur
In keinem Land sind die Menschen wohl freundlicher und ausgeglichener als in Thailand. Die Floskel „Mai Pen Rai“, auf deutsch: „Macht doch nichts!“, könnte auch das Lebensmotto der Thais sein. Dinge wie Stress und Termindruck kennen diese Menschen nicht und sie lassen sich durch nichts in der Welt aus ihrer wohlverdienten Ruhe bringen. Überall sieht man lächelnde Gesichter, und Ruhe und Ausgeglichenheit bestimmen den täglichen Umgang miteinander. Die Thai sind ein sehr respektvolles Volk, die ihren Ältesten und Höhergestellten bereits bei der Begrüßung die gebührende Anerkennung erweisen. Je nachdem wie hoch die gefalteten Hände zum Kopf geführt werden, umso höher ist ihre Anerkennung. Denn der Kopf ist der Sitz der Seele und darf von keiner anderen Person achtlos berührt werden. Die Füße hingegen sind dreckig und schmutzig, sie sind am weitesten vom Kopf entfernt und es ist unhöflich mit ihnen auf eine andere Person zu zeigen. Zärtlichkeiten sind in der Öffentlichkeit nicht erwünscht, auch nicht unter frisch Verliebten.
Bildung
Früher hatten nur die Männer in den Klöstern ein Anrecht auf Bildung, Frauen haben hingegen nur sehr selten Lesen und Schreiben gelernt. Nur den Adligen der Königshäuser war eine höhere Bildung bestimmt, da sie diese für ihre Positionen in den Ministerien und Höfen benötigten. Der überwiegende Teil der Bevölkerung, die Bauern, besaß überhaupt keine Bildung. Erst im 19. Jahrhundert wurde die erste Uni eröffnet, die für jeden, egal welchen Standes, zugängig war. Seit dem Bildungs-Plan von 1983 waren sechs obligatorische Grundschuljahre und drei Jahre unterer Sekundarstufe als verpflichtendes Bildungssystem vorgesehen. Wer studieren möchte oder eine besondere Berufsausbildung absolvieren möchte, der muss noch einmal drei Jahre Zeit in die weitere Ausbildung investieren. Diese erweiterte Schulbildung ist kostenpflichtig. Zwar wurde die Prügelstrafe vor einigen Jahren abgeschafft, aber es herrscht trotz allem noch ein autoritärer Unterrichtungsstil. Wie in England ist es Pflicht eine Schuluniform zu tragen, doch nicht nur von den Schülern, sondern auch von den Lehrern.
Wirtschaft
Lange Zeit war das Land nur ein Agrarstaat, das vor allem vom Reisanbau profitierte. Auch heutzutage ist Thailand immer noch, zusammen mit den Vereinigten Staaten, der größte Reisexporteur der Welt. Auf Grund seines starken wirtschaftlichen Wachstums Ende der 1970er Jahre wird das Land zu den vier so genannten Pantherstaaten gezählt und gehört inzwischen zu den führenden Industrienationen Asiens vor allem in der Elektronik- und Textilindustrie, dem Reisexport und dem Tourismus. Hier nimmt besonders der Außenhandel eine tragende Rolle ein. Doch zieht der rasche wirtschaftliche Aufschwung auch negative Auswirkungen nach sich. Das betrifft vor allem die Luft- und Wasserverschmutzung, Verkehrsprobleme und die Zerstörung der Natur. Doch kämpft man bereits durch Aufklärungsmaßnahmen gegen diese Probleme an. Thailand erlebt im Moment einen Strukturwandel von der Landwirtschaft hin zum Dienstleistungs- und Technologiebereich.
Politik
Die vorherrschende Regierungsform ist die konstitutionelle Monarchie bzw. die Militärregierung. Das Staatsoberhaupt ist der König, der gleichzeitig höchster buddhistischer Würdenträger ist, welcher durch den Kronrat beraten und vertreten wird. Doch werden diesem nur repräsentative Aufgaben übertragen. Regierungschef ist der Premierminister, der vom König ernannt wird. Durch die aktuellen Proteste gegen den alten Premierminister Thaksin Shinawtra, welcher durch seinen autoritären Regierungsstil, durch die Einschüchterung der Presse und auch durch persönliche Bereicherung in die Ungnade des Volkes gefallen ist, kam es im September 2006 zum Putsch. Mit Hilfe der Polizei und des Militärs wurde der Premierminister seines Amtes enthoben. Derzeit liegt die Regierungsgewalt beim Rat für demokratische Reformen, welchem das Militär voransteht.

