Land und Natur
Ost-Malaysia bietet eine reichhaltige Tier-und Pflanzenwelt, die leider immer mehr bedroht wird. Abholzung richtet die Regenwälder der Insel zugrunde und sorgt für das Aussterben der heimischen Tierwelt. Wenn man in die Reservate oder da Landesinnere vordringt kann man aber doch noch den einen oder anderen Nashornvogel entdecken oder die Orang-Utan und Nasenaffen beobachten. Auf der Insel gibt es ebenfalls riesige Obstplantagen, deren Besitzer gern und viel über das Besondere ihres Obstes reden und einen Europäer über die Unterschiede einer Bananenstaude mehrere lustige Stunden aufklären können. Ebenfalls bietet die Küste Ost-Malaysias wunderschöne Sandstrände und eine artenreiche Tierwelt im Wasser.
Schon wenn man in Kuala Lumpur am Flughafen landet kann man auf die riesigen Palmölplantagen schauen, die sich so weit das Auge reicht erstrecken. Sie sind ein großer Motor der Wirtschaft Malaysias und der Stolz vieler Bewohner. Taxifahrer haben einiges über sie zu berichten, und wenn man das Englisch versteht, kann man sich sehr angeregt mit ihnen über die Anbauweise und die Auswirkungen auf die Wirtschaft unterhalten.
In den Cameron Highlands, die zu der Großen Titiwangsa-Kette gehören, lassen sich die unterschiedlichsten Pflanzenarten finden. Die Cameron Highlands sind eine Hügelkette, die ab 1931 von den Engländern erschlossen wurde und schon 1885 durch William Cameron entdeckt wurde. Sie sind rund zehn Grad kühler als der Rest des Landes und bieten eine willkommene Erholung zu der Hitze der Großstädte und flacher gelegenen Gebiete. Auf diesen großen Hügelketten wird Tee angebaut, was einen Besuch sehr lohnenswert macht. In dieser Gegend prallen erneut zwei Welten aufeinander: Die modernen Anlagen, um den Tee zu verarbeiten und die Ureinwohner-Dörfer, die man besichtigen kann und die teilweise entlang des Weges von KL in die Cameron Highlands schon auftauchen.
Von den Cameron Highlands kann man ohne Probleme mit dem Bus oder auch mit dem Auto die nördlichen Inseln der Westküste erreichen wie Penang oder Langkawi. Wer einmal mit den Bussen Malaysias gefahren ist weiß, was Wartezeiten sind und dass man doch irgendwann immer ans Ziel kommt. Ruhe ist das oberste Ziel, dass man für sich selber anstreben sollte.
Der Taman Negara Nationalpark ist eine Besuch ebenfalls wert, man benötigt allerdings einige Zeit dafür. Nach der Zeit der britischen Kolonie wurde das Gebiet einfach in Taman Negara umbenannt, was schlicht und einfach Nationalpark bedeutet. Dieser Primärurwald ist der älteste der Erde, er ist ganze 130 Millionen Jahre alt. Hier kann man ebenfalls noch Orang-Asli, die Ureinwohner Malaysias treffen und eine große Artenvielfalt an Tieren bewundern. Mehr als 250 Vogelarten sind hier vertreten, allerdings schwer zu finden. Für Botaniker ist die Pflanzenwelt des Taman Negara von großem Interesse.
An der Westküste Malaysias findet man Melakka, eine von den Portugiesen erbaute kleine Stadt, die touristisch sehr ausgebaut ist. Es ist die einzige Stadt Malaysias, in der man mit einer Fahrrad-Rikscha befördert werden kann. Überall auf den Straßen wird man angesprochen, ob man nicht ein solches Vehikel in Anspruch nehmen möchte und es ist fast ein Frevel, es nicht zu tun. Tagsüber warten die Fahrer mit Blumen-geschmückten Fahrrädern und teilweise mit ohrenbetäubend lauter Musik auf, nachts mit leuchtend-bunten Lichterketten.

