Brunei
Eines der letzten Sultanate der Welt liegt im südchinesischen Meer auf der Insel Borneo: das Sultanat Brunei, auch Brunei Darussalam genannt, der Ort des Friedens. Die Namen der Insel Borneo und des Sultanats Brunei haben den gleichen Ursprung in der chinesischen Geschichte des Landes, als es noch Po-Ni genannt wurde.
Aufgrund seiner insularen Lage in unmittelbarer Nähe des Äquators ist das Klima Bruneis tropisch heiß und feucht. Das ganze Jahr über liegen die Temperaturen bei etwa 28°C, wobei die Luftfeuchtigkeit durch konstanten Niederschlag stetig über 80 % liegt.
Die einzige Landesgrenze Bruneis ist jene zu Malaysia, von diesem Staat und dem zugehörigen Limbang-Korridor wird Brunei auch in zwei Territorien geteilt. Im Norden grenzt das chinesische Meer an Brunei.
Während der Sultan von Brunei vom 16. bis 18. Jahrhundert noch über weite Teile Borneos und der Philippinen herrschte, wurde ihm danach die Herrschaft von den europäischen Kolonialmächten und Piraten streitig gemacht, woraufhin die Machtausdehnung auf den heutigen Bereich schrumpfte. Lange Zeit war Brunei so auch ein britisches Protektorat, erst 1984 erlangt das Land seine Unabhängigkeit. Seit 1962 regiert die Sultanfamilie allerdings undemokratisch im Ausnahmezustand. Erst 2004 wurde ein partiell-demokratischer Rat eingesetzt, der den Sultan beraten soll, allerdings ist es immer noch eine absolute Monarchie.
Die Landesfläche beträgt nur 5770 km2, was einem Sechzigstel der Landesfläche Deutschlands entspricht. Von den 373 000 Einwohnern ist ein Großteil Malaiisch, viele andere sind Chinesisch und nur etwa sechs Prozent sind Ureinwohner. Daher ist die Amtssprache Malaysisch, doch auch Chinesisch und Englisch sind als Handelssprachen gängig. Obwohl der Islam als Staatsreligion festgelegt ist, ist die Religionsfreiheit in Brunei gesetzlich festgeschrieben. Einige der bruneiischen Ureinwohner leben noch immer, unberührt von der modernen Welt, in ihren traditionellen Langhäusern im Urwald,. Im Gegensatz dazu ist das Verkehrsnetz gut ausgebaut und könnte in Westeuropa liegen.
Durch sein hohes Bruttoinlandsprodukt, das zu mehr als 50 % aus Erdgas- und -ölexporten besteht, zählt Brunei zu den reichsten Ländern der Welt. Staatschef Sultan Haji Hassanal Bolkiah Muizzidin Waddaulah war einmal der reichste Mann der Welt. Die Bürger sind nahezu steuerfrei und die Regierung schafft ihnen einen Wohlfahrtsstaat mit freier Bildung und Gesundheitsversorgung. Die einzige Universität des Landes, die Universität von Brunei Darussalam, liegt in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan. Die kostenlose Bildung dehnt sich auf sie genauso wie auf alle ausländischen Hochschulen aus.
Touristen dürfen sich 30 Tage lang ohne Visum in Brunei aufhalten, jedoch keine Waffen oder Drogen besitzen, denn dann droht die Todesstrafe.

