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Old Delhi

In Old Delhi findet man den Charme des alten Indiens. Straßenlang Basare, auf denen Saris, Tücher, Essen und vieles mehr gehandelt wird. Alter Charme bedeutet allerdings auch: Chaos! In erster Linie: Verkehrschaos!

In Old Delhi ist es immer voll Man sollte sich vor Augen führen, dass die meisten Touristen, die den Norden Indiens bereisen, in Delhi ihren Startpunkt haben. Während New Delhi relativ europäisch und gesittet wirkt, ist Old Delhi der pure Wahnsinn. Wenn du morgens frisch geduscht und vom Jetlag noch etwas benommen aus der Tür gehst, bricht es alles auf dich ein: Es ist sehr heiß. Es ist sehr laut. Es ist voll von Menschen. Und vor allem stehst du im Mittelpunkt, weil du nun einmal anders aussiehst. Man könnte meinen, in der Hauptstadt Indiens sind sie Fremde gewöhnt. Aber in Old Delhi reagieren sich auf dich, als ob sie noch nie einen Weißen gesehen hätten.

Um die Sehenswürdigkeiten zu erleben, brauchst du eine Rikscha (ein Taxi). Wenn du einen Rikschafahrer nach dem Preis fragst, sind im Nu 10-20 andere Fahrer um dich herum und versuchen dich schreiend und lachend für sich zu gewinnen. Am ersten Tag solltest du jeden Preis bezahlen, Hauptsache erst einmal weg. Für die Fahrt mit einer Rikscha brauchst du zudem etwas Mut, weil alle paar Sekunden ein Unfall droht (der aber merkwürdigerweise nie passiert).

Das wichtigste Ziel ist das Red Fort. Es ist eine riesige Festungsanlage aus rotem Sandstein, deren Außenmauern über 2 Kilometer lang sind. Der Mogulkaiser Shah Jahan ließ es im 17. Jahrhundert erbauen und beim Besuch fühlt man sich auch in diese Zeit zurückversetzt. Seit 2007 gehört es zurecht zum Weltkulturerbe der UNSECO. Egal wie voll, laut und anstrengend die ersten Tage gewesen sein mögen: Hier wirst du dich zum ersten Mal in Indien angekommen fühlen, das Red Fort ist etwas völlig anderes als der Reichstag in Berlin. Bewacht wird es von Soldaten mit großen Gewehren. Die musst du dir angucken, denn du weißt nie, ob ihr Blick ernst, gelangweilt oder belustigt ist – sehr verwirrend.

Das Red Fort ist einfach märchenhaft Weitere, sehr sehenswerte Bauwerke der Mogul-Architektur sind die Jama Masjid und Safdarjang’s Tomb. Die Jama Masjid ist die größte Moschee Indiens und somit Zeugnis des großen islamischen Einflusses im indischen Norden. Der Shah ließ sie ebenfalls im 17. Jahrhundert erbauen und weil er ebenfalls roten Sandstein verwenden ließ, fühlt man sich zunächst an das Red Fort erinnert. Doch die riesige Kuppel aus weißem Marmor in der Mitte der Anlage macht diese Moschee so einzigartig. Persische Inschriften verzieren ihr Antlitz und man fühlt sich wie ein Shah aus 1001 Nacht. Betreten darf man sie nur barfuß und für ein paar Rupien kann man auch die Außentürme erklettern. Hier ist Platz für 5 Menschen, es stehen dort allerdings etwa 15.

Ähnlich ist es mit Safdarjang’s Tomb. Es ist ein Grabmal und zwar ein gewaltiges Grabmal. Zwar ist es nicht so groß und bekannt wie die Jama Masjid, aber mich hat es mindestens genauso beeindruckt. Sie ist unglaublich faszinierend und hat den Vorteil, dass dort kaum Inder und Touristen sind. Es ist einer der schönsten und zugleich ruhigsten Plätze Old Delhis.

Die Reeperbahn Delhis – so würde ich Paharaganj beschreiben. Es ist ein endloser, immer proppevoller Basar und besitzt diese merkwürdige Mischung aus alten Händlern, Touristenszene und 1000 Gerüchen. Es ist voll von Touristen und trotzdem sind noch immer viel mehr Inder dort. Oft fragt man sich, wie die hier alle hineinpassen. Wenn dann noch ein Elefant passieren will, haben alle außer dem Elefanten ein Problem. In der Luft schwirren Gerüche von Räucherstäbchen, Currys und wohl auch exotischen Drogen, denn nach einem Marsch durch Paharaganj steht man erst einmal benebelt da und muss sich sammeln. Als Abschluss des Tages sehr gut, um danach ins Bett zu fallen.

Ein merkwürdiges Erlebnis ist schließlich ein Besuch der Gedenkstätte Mahatma Ghandis. Das „Raj Ghat“ ist eine viereckige Marmorplatte in einem großen, sehr gepflegten Park. Dieser ist sehr untypisch für Indien, gerade in Old Delhi. Und eine schwarze Marmorplatte als Erinnerung an einen fröhlichen armen Freiheitskämpfer, den großen Ghandi, erscheint schon etwas merkwürdig. Aber so ist Indien und so ist Old Delhi: Immer wieder überraschend.