Der Norden Indiens
Der Himalaya – der Gipfel Indiens, das Dach der Welt! Im Osten, Süden und Westen umgibt Indien der Indische Ozean. Doch im Norden grenzt der Himalaja Indien unübersehbar von China, Pakistan und Nepal ab. Im Norden Indiens entspringt auch der Ganges, der sagenumwobene und wichtigste Strom Indiens. Die Hauptstadt Neu Delhi liegt im Norden und mit ihr eine Auswahl der großartigsten Attraktionen des ganzen Landes: der gewaltige Palast „Taj Mahal“, die goldene Wüstenstadt Jaisalmer und der märchenhafte „Lake Palace“ in Udaipur.
Die Menschen sind „irre freundlich“, welches der beiden Worte soll man mehr betonen? Man weiß nie, was sie als nächstes anstellen, meist passiert das Gegenteil von dem vorher Erwarteten. Zugleich sind die Menschen geprägt von Armut und dem harten, trockenen Klima. Ein großer Teil des Nordens ist Wüste und ihre Bewohner kämpfen täglich ums Überleben. Die Bevölkerung ist bunt gemischt und viele Orte sind stark muslimisch geprägt. Den größten Teil aber stellen die Hinduisten, mit ihrer offenen Verehrung der Götter Brahma, Shiva, Vishnu und endlos vielen anderen. Heilig sind auch die Kühe, die mitten auf der Straße liegen und von keinem Menschen dabei gestört werden. Dass sie aus Mangel an Alternativen den ganzen Tag Plastik fressen, verhindert aber auch niemand.
Was dem Süden Indiens der Reis ist, ist dem Norden das Brot: absolutes Grundnahrungsmittel. Es gibt zahlreiche leckere Variationen von Fladenbrot wie naan, chapati, roti und puri. Als Tourist versteht man nie so recht die Unterschiede, aber schmecken tut es! Dazu gibt es Currys – Gemüseeintöpfe aus Kartoffeln, Linsen oder Tomaten, angereichert mit Chili, Knoblauch, Ingwer und unzähligen Gewürzen aus den Tiefen des indischen Kochtopfs. Für Vegetarier ist der Norden ein wahres Paradies, da es fast nur vegetarische Gerichte gibt. Wenn sich der „Normalesser“ an den Verzicht gewöhnt hat, was nach dem Anblick von in der Sonne vergammeltem Fleisch nicht schwer ist, kann auch er die fantastische Küche genießen.
Ähnlich aufregend wie das Essen sind auch leider noch immer die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan. Der Kaschmir-Konflikt schwelt weiter, viele Millionen Hindus und Muslime wurden in den letzten Jahrzehnten aus ihrer Heimat vertrieben. Doch es gibt durchaus friedliches Zusammenleben der Kulturen. Vor allem in Delhi treffen große Bauwerke der englischen Kolonialisten, hinduistischer Baumeister und muslimischer Moscheen aufeinander. Und genau dieses Gemisch macht die Spannung, Exotik und den Zauber des indischen Nordens aus.

