Korea
Korea ist eine an die Volksrepublik China angrenzende Halbinsel in Ostasien. Der Begriff Korea ist so aber nicht ganz richtig, da das Land in Nord- und Südkorea geteilt ist. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, genauer seit 1948, nachdem Korea in eine US-amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone eingeteilt worden war, bezeichnen sich der nördliche Teil des Landes als „Demokratische Volksrepublik Korea“ und der südliche Teil als „Republik Korea“.
Nordkorea
Nordkoreas natürliche Grenze zu China und Russland bilden die Flüsse Yalu und Tuman. Im Süden wird das Land von der Republik Korea durch die „entmilitarisierte Zone“ abgetrennt, die nach dem Koreakrieg im Jahre 1953 errichtet wurde und die bis dahin geltende Abgrenzung beider Staaten durch den 38. Breitengrad ablöste. Sie ist gute 248 km lang und etwa 4 km breit. Eine Waffenstillstandskommission, die sich aus Vertretern beider Länder zusammensetzt, ist für die Verwaltung verantwortlich. Ohne Genehmigung erhält sonst niemand Zutritt in diesen Sektor. Die Hauptstadt Nordkoreas ist Pjöngjang, in der mehr als zwei Millionen Menschen leben. Das ganze Land hat in etwa 23 Millionen Einwohner.
1949 verstarb Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Il Sung, als „ewiger Präsident“ des Landes hält er sein Amt offiziell jedoch noch immer inne. Die Position des Präsidenten kann aufgrund einer Gesetzesänderung nicht anderweitig vergeben werden. Obwohl das protokollarische Staatsoberhaupt zur Zeit Kim Yong Nam ist, ist eigentlich der Sohn des verstorbenen Präsidenten Kim Jong Il der tatsächliche Machthaber, der seit 2007 das Amt des Premierministers ausübt. Aufgrund der ehemaligen sowjetischen Besatzung, entwickelte sich in Nordkorea eine Staats- und Wirtschaftsform, die nach sozialistischen Vorstellungen aufgebaut ist.
Die genaue Menschenrechtssituation in Nordkorea ist aufgrund der Abschottung des Landes unklar. Flüchtlinge berichteten von Gefangenen- und Arbeitslagern im Inland, in denen die Insassen gefoltert und angeblich medizinische Experimente an ihnen durchgeführt werden. Auch die Informationsfreiheit der übrigen Bevölkerung ist stark, wenn nicht sogar komplett, eingeschränkt. So ist zum Beispiel so gut wie kein Internetzugang in Nordkorea vorhanden, ausgenommen einiger weniger offizieller Webseiten. Ausländische Journalisten können sich nicht unbeschränkt bewegen, sondern sind auf staatliche Kontrolleure als Begleitung angewiesen. Auch die Ein- und Ausreise erweisen sich als nicht einfache und teils gefährliche Unterfangen.
Zu den traditionell vorkommenden Religionen Koreas gehören der Buddhismus und der Konfuzianisums. In Nordkorea haben sie jedoch stark an Bedeutung verloren, so dass ein Großteil der Bevölkerung nicht religiös ist.
Nordkoreas Kultur fokussiert sich hauptsächlich auf Kim Il Sung und Kim Jong Il. Literatur, Musik, Film und Theater glorifizieren den „ewigen Präsidenten“ und seinen Sohn. Weiterhin sehr beliebt sind die sogenannten Massenspiele und Militärparaden. Zum Geburtstag Kim Il Sungs findet alljährlich das „Arirang“ Festival statt, welches sich über einen Zeitraum von zwei Monaten erstreckt. Zu den dort abgehaltenen Aktivitäten zählen Tanz und Gymnastik, die die Geschichte Nordkoreas und die Revolution der Arbeiterpartei feiern.
Eine andere auffallende Kunstform ist das Sticken von Bildern auf so präzise Art und Weise, dass sie sich von tatsächlichen Fotografien kaum unterscheiden.
Das Land selbst ist bergig und von tiefen Schluchten durchzogen. Zu dem bekanntesten Gebirge zählt das Nangnim-sanmaek im nördlichen Teil des Landes. In der Nähe zur chinesischen Grenze befindet sich der höchste Berg Nordkoreas, der Paektu-san mit einer Höhe von 2744 Meter. Längster Fluss ist der Jalu (790 km). Andere wichtige Flüsse sind der Taedong, der Ch'ong-ch'on und der Chaeryong. Nur etwa ein Fünftel des Landes ist Flachland. Der Boden ist größtenteils relativ unfruchtbar, nur ca. 18 % des gesamten Landes sind daher kulturfähig.
Nordkorea hat ein kontinentales Klima mit warmen Sommern und kalten Wintern. In Pjöngjang beträgt die Durchschnittstemperatur im Sommer 24°C, im Süden des Landes, in Wonsan, liegt sie im Winter bei -4°C. Zu einheimischen Tieren gehören Leoparden, Tiger, Bären, Wölfe und verschiedenes Wild. Durch die Abholzung der Wälder ist ihr Lebensraum jedoch stark eingeschränkt worden.
Südkorea
Die Republik Korea befindet sich im Süden der koreanischen Halbinsel. Aufgrunddessen wird sie auch einfach Südkorea genannt. Zu den Nachbarländern gehören im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea, im Osten Japan und im Westen China. Die Hauptstadt von Südkorea ist die elf Millionen Metropole Seoul. Sie ist eines der größten Geschäftszentren weltweit. Unternehmen wie Samsung, Hyundai oder LG haben hier ihren Sitz. Die Gesamteinwohnerzahl des Landes beträgt in etwa 49 Millionen. Südkorea gehörte einst zu den vier asiatischen Tigerstaaten, mittlerweile hat es jedoch den Status einer Industrienation erhalten, was nicht zuletzt daran zu sehen ist, dass es das drittgrößte Wirtschafszentrum Asiens und das elf größte weltweit ist.
Global betrachtet ist Südkorea zudem eines der fortschrittlichsten Länder was Technik und Wissenschaft angeht. Egal ob im Bereich Mobilfunktelefon, Elektronik, Autoherstellung, Schiffbau oder der Entwicklung neuer Robotor, überall ist das Land auf dem internationalen Markt ganz weit vorne. Auch der weltweit erste geklonte Hund, Snuppy, wurde in Südkorea geboren.
Mit Nordkorea hat es gemein, dass das Landschaftsbild von Hügeln und Bergen geprägt ist und das Land sich nicht besonders gut für die Agrikultur eignet. Die ursprüngliche Bewaldung ist größtenteils einem Sekundärwald gewichen, der etwa zwei Drittel des Landes bedeckt. Viele der ehemals einheimischen Tiere sind heute aus Südkorea verschwunden, unter anderem Tiger, Leoparden und Bären. Sie kommen nur noch in der entmilitarisierten Zone vor. Luchse und Bengalkatzen sind jedoch noch immer in Südkoreas Wäldern beheimatet. An den Küsten leben Largha-Seehunde. Es herrscht ein gemäßigtes Klima vor, welches von warmen, niederschlagsreichen Sommern (~25°C) und kalten, trockenen Wintern (~-5°C) geprägt ist.
Traditionell teilt sich Südkorea seinen kulturellen Hintergrund mit Nordkorea, allerdings ging eine verschiedene Weiterentwicklung von statten. Während Nordkorea keinen allzu großen Wert auf Religion und vergangene Traditionen legt, wird im Süden die Finanzierung traditioneller und auch moderner Künste durch das Ministerium für Kultur und Tourismus gefördert.
Südkoreas Kunst und Kultur hat die verschiedensten Einflüsse. Vor dem 19. Jahrhundert kamen diese vor allem aus China. Die Koreaner adaptierten viele der Kunstformen und entwickelten daraus einen ganz eigenen koreanischen Stil. Dazu gehören Metallarbeiten, Malerei und die Bildhauerkunst. Auch Keramik florierte auf der koreanischen Halbinsel und dehnte sich dann auch auf benachbarte Länder wie Japan aus.
Die moderne koreanische Popkultur hat sich mittlerweile in ganz Asien verbreitet. Auf musikalischer Ebene sind in Japan vor allem “BoA” (eine Sängerin) und “TVXQ” (eine Boyband) beliebt und auch die TV-Dramen “Daejanggeum” und “Winter Sonata” fanden regen Anklang. Koreanische Filme wie “Oldboy” und “Oasis” wurden dagegen auch hierzulande bekannt.
Südkorea ist bekannt für seine ausgeprägten Technologien, insbesondere die reichhaltig mit Funktionen ausgestatteten Mobilfunktelefone. Heutzutage hat in Südkorea außerdem fast jeder einen High-Speed Internetanschluss. Weltweit gesehen liegen die Koreaner damit auf Platz eins der heimischen Internetzugänge. Dennoch sind Traditionen und Bräuche tief in den Gedanken der Menschen verwurzelt. Das Verehren der Ahnen, Respekt vor den Älteren, konfuzianische Ideale und die typische koreanische Küche sind noch immer aktuell.
Die Republik Korea ist aber nicht nur im Bereich Technik sehr versiert. Auch im Sport gehört sie zur Weltklasse. Der Kampfsport Taekwondo beispielsweise stammt aus Korea. Grob übersetzt bedeutet der Name soviel wie “der Weg des Schlagens und Tretens” oder auch “der Weg der Hände und Füsse”. Seit 2000 ist es eine olympische Disziplin. Des Weiteren ist Baseball sehr populär, welches 1905 von den Amerikanern in Korea eingeführt wurde. 2006 kam Südkorea während des “World Baseball Classic” in die Endrunde, verlor dann jedoch gegen Japan. Zuvor waren die Südkoreaner das einzige ungeschlagene Team. Weiterhin beliebt sind Basketball, Eishockey, Football, Golf und Tennis. Sehr gut abgeschnitten haben die koreanischen Sportler unter anderem auch in den oympischen Disziplinen Tischtennis, Badminton, Feldhockey, Handball und im Eisschnellauf.

