Japan
Japan liegt als viertgrößter Inselstaat der Welt vor den Küsten Chinas, Russlands und Koreas. Rund 127 Millionen Menschen leben hier, 12 Millionen davon allein in der Hauptstadt Tokyo. Japans Name setzt sich aus den Kanji-Schriftzeichen für Sonne und Ursprung zusammen und wird deshalb auch „das Land der aufgehenden Sonne“ genannt.
Japan ist ein Archipel welches aus den vier Hauptinseln Hokkaidou, Honshuu, Shikoku und Kyuushuu besteht. Insgesamt sind es aber über 3000 Inseln. Etwa 75 % der Landesfläche sind bewaldet und von Gebirgsketten durchzogen, was die Besiedelung und die landwirtschaftliche Nutzung erschwert. Die meisten Menschen wohnen deshalb in Ballungszentren wie Tokyo. Größter Berg ist der Fujisan (3776 m), der sich auf Honshuu befindet.
Die ersten Menschen kamen wahrscheinlich schon vor bereits 200.000 Jahren nach Japan. Da zu dieser Zeit der Meeresspiegel jedoch sehr viel tiefer lag, ist es möglich, dass sie von dem asiatischen Hauptland über Landwege nach Japan kamen. Über ihr Leben weiß man allerdings kaum etwas. Diese paläolithischen Kulturen hinterließen Spuren von Steinwerkzeugen und Utensilien aus Knochen, Bambus und Holz.
Die Einteilung der Geschichte Japans in Perioden beginnt jedoch erst viel später. Die Zeit von 10.000 vor Christus bis etwa 300 vor Christus bezeichnet man als die Jomon-Periode, in der in Japan eine mesolithische bis neolithische Jäger und Sammler Kultur lebte. In der Edo-Epoche (1603 -1867, Edo ist der frühere Name Tokyos) begann Japan damit sich von der restlichen Welt weitgehend abzugrenzen (Sakoku Politik). In dieser Zeit entwickelte sich Tokyo langsam zu einer der größten Städte der Welt. Erst als der Amerikaner Admiral Matthew Perry 1854 mit seinen „schwarzen Schiffen“ unbehelligt in den Hafen von Tokyo einfuhr, um einen Brief des US Präsidenten bezüglich des Handels zu übermitteln, nahm die lange Zeit der Isolation ihr Ende.
Die Edo-Epoche war auch die Hochzeit der Samurai, der Krieger Japans. Durch das Verbot des Christentums wurde der Buddhismus gestärkt und verschiedene geistige Strömungen blühten auf. Besonders die Einflüsse des Shinto, Buddhismus und Neo-Konfuzianismus förderten die Entwicklung in den Bereichen Astronomie, Ingenieurwesen, Kartographie, Mathematik und Medizin. Während dieser Zeit entwickelten sich auch die Künste des Landes stark weiter. Teehäuser und die dort arbeitenden Geishas bildeten sich heraus, sowie unter anderem die Blumensteckkunst Ikebana und das Kabuki-Theater.
In der Nachkriegszeit gesellten sich zu diesen typisch japanischen Künsten auch Anime und Manga, japanische Filme und Popmusik. Vor allem Horrorfilme wie „Ringu“, „Ju-On“ oder „Dark Water“ haben auch deutschen Zuschauern eine Heidenangst eingejagt. Zu den wohl bekanntesten Animes gehören „Prinzessin Mononoke“, „Chihiros Reise ins Zauberland“, „Ghost in the Shell“ oder auch „Robotic Angel“. Auch in deutschen Kinderzimmern liefen (und laufen immernoch) jahrelang japanische Produktionen wie „Die Biene Maja“ oder „Heidi“.
Die Gartenkunst ist ein weiterer Punkt in der vielfältigen japanischen Kultur. Hier geht es jedoch nicht darum Blumen anzupflanzen, sondern vielmehr den Garten harmonisch in die umliegende Berglandschaft einzugliedern. Dazu werden Bäume, Teiche, Steine und beispielsweise Moos ansehnlich arrangiert. Im Frühjahr vollenden blühende Pflaumen-, Pfirsich- und Kirschbäume das Bild. In den Teichen werden, die mittlerweile auch in Deutschland beliebten Koi-Karpfen gehalten.
Besonders beeindruckend sind die japanischen Schreine, Schlösser und Tempel, die durch ihre für Europäer so befremdliche Architektur bestechen. Viele dieser Bauwerke wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Beispiele hierfür lassen sich in Nikko finden: Der Futarasan-Schrein, ein Shinto-Schrein aus dem 8. Jahrhundert und das Mausoleum des ersten Shogun Tokugawa Ieyasu. Ursprünglich wurde die japanische Bauweise stark von der chinesischen Architektur beeinflusst, jedoch bildeten sich zusätzlich viele japanische Eigenheiten heraus. Durch die Jahrhunderte veränderten sich die Bauweisen, typisch und auffällig ist jedoch immer das ausgeprägte Dachwerk.
Die japanische Schrift besteht hauptsächlich aus den Kanji-Schriftzeichen, die sich aus der chinesischen Schrift heraus entwickelten. Daneben werden aber auch die Silbenschriften Hiragana und Katakana verwendet. Von den Hiragana Zeichen gibt es insgesamt 46 Stück, Anwendung finden sie in der Regel als Flexionsendungen oder wenn bestimmte Wörter nicht in Kanji dargestellt werden können. Katakana ist dagegen fast nur noch für die Beschreibung von Fremdwörtern oder ausländischen Namen im Gebrauch.
Der Namen eines Japaners setzt sich heutzutage wie in Deutschland aus einem Vor- und einem Familienname zusammen, allerdings in umgekehrter Reihenfolge: Der Familienname ist also dem Vornamen vorangestellt. Häufige Namensbestandteile bei Vornamen sind für Männer -ro (Mann), -ichil-kazu (erster Sohn) und -ji (zweiter Sohn), bei Frauen -ko (Kind) oder -mi- (schön). Nicht selten vorkommende Nachnamen sind unter anderem Sato, Takahashi, Nakamura oder Yamamoto.

